Schalk

 

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Getragen im V.T.V Alt- Miesbach München seit der Gründung 1921

Der Schalk, besteht aus dem Oberteil, dem Schalkjanker oder auch nur der Schalk genannt, und dem Kittl (Rock). Er ist aus schwarzer oder schwarzgrundiger Seide oder Halbseide mit gleichfarbigen oder farbigen Ornamenten und Blumenmustern. Der Kittl ( 5 ) ist knöchel- bis stiefellang und in vielen Bahnen sehr weit gearbeitet. Der Janker ist am Hals- und Rückenausschnitt mit Rüschen und Spitzen reich verziert. Der Ärmel ist am Oberarm gereiht, ähnlich wie beim Miederjanker. Die Ärmel sind wie beim Miedergewand eng anliegend, im oberen Bereich gesmogt ( 7 ) und am Ende mit einem Schlitz versehen, der mit weißen Perlmuttköpfen zu schließen ist. Das vordere Ende der Ärmel und an den Schlitzen sind mit feiner  weißer Spitz besetzt. Der Janker wird vorne mit Kettl (Ketten) und mit Haftl (Haken) zusammen gehängt, und der freie Latz am oberen Ende und seitlich mit Filigrannadeln festgesteckt. Im Schnitt ist der Schalkjanker dem Spenser sehr ähnlich, jedoch sind die Rückenschößl ( 8 ) in viele Falten gelegt die am vorderen Ende mit Spitzen besetzt und nach oben angeklappt sind.

 

Unter dem Schalk befindet sich das Schmiesl (1) wie beim Mieder. Dem Miedertüchl (2) entspricht das dreieckige zusammengelegte, seiderne Schalktüchl, das an der langen Seite stark gefaltet und ebenfalls auf einem Untertüchel auf Leinen oder einem anderen Weißzeugstoff aufgenäht ist. Das Schalktüchl wird unter dem Janker getragen. Das Fürta (Schürze - (3) ) ein wenig kürzer als der Kittel, ist in gleichfarbiger Seide wie das Schalktüchl. Hier haben die Fürtabänder keine rechte Funktion sondern sind nur am Halteband seitlich aufgeschoben. Die Bänder sind in aller Regel aus seidenen Moireebändern oder aus dem Schürzenstoff.

Dazu trägt man einen Beutel (4), passend in der Schalkfarbe oder in schwarz.

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(1)

 (2)

(3)

(4)

(5)

 (6)
Zum Schalk wird der Schnurhut (6) getragen. Am Hochzeitstag trägt die Braut statt des Hutes ein Brautkranzl (11), während die Ehrenmutter bei der Hochzeit und die Fahnenmutter bei der Fahnenweihe hier und da eine Riegelhaube tragen kann. Die Haare werden zu einem Schopf (12) hochgesteckt und mit silbernen Schopfnadeln festgesteckt. Die mehrgängige Halskette mit besonderer Schließe gehört beim Schalk ebenso dazu, wie die Frisur mit dem am Hinterkopf geformten Schopf und eingesteckten Filigrannadel. Die Besonderheit ist die goldene Schalkkette (13), die über die reichhaltige Garnier gelegt und vorn am Schmiesl mit einer Brosche gehalten wird. An der Kette befindet sich eine kleine Uhr die in den Brustausschnitt gelegt oder in eine Brusttasche gesteckt wird. Der Ausschnitt wird mit Blumen geziert, die mit etwas Grün (Asperagus, Buchs) gebunden sind. Zum Schalk werden Strümpfe und Schnürstieferl (Zeugstieferl - (10) ), oder schwarze Seidenstrümpfe und Miesbacher Deandlschuhe getragen. Als Ohrschmuck trägt man zur Kropfkette passende Ohrhänger ( 9 ).

Unterseite vom Schnürlhut

 

 

 
 
 

Verschiedene Muster auf den Schnürlhüten

 

(7)

(8)

 

 (9)

 

(10)

 

(11)

 
 

(13)

 
 

(12)

Der Schalk kann von Ort zu Ort etwas unterschiedlich  gearbeitet sein, hieran erkennt man die Handschrift der Näherin. So kann der Rückenausschnitt statt gerundet, etwas rechteckig oder in Dreiecksform gearbeitet sein. Die Garnierung des Schalkes fällt deshalb je nach Näherin ebenfalls unterschiedlich aus.

 

Der V.T.V. Alt-Miesbach München trägt seit 1912 den Schalk in schwarz unifarben mit weißen Schürzen, 1998 haben einige Deandl die weiße Schürze durch verschiedenfarbige Schürzenfarben ersetzt und seit 2006 haben wir einige Schalks in schwarzgrundig mit farbigen Ornamenten oder Blumenmustern.

 

 

Farbmuster unserer Schalkstoffe

 

 
 
 
 
 
 
 
 
 

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